Comparative Guts

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Comparative
Guts

Meine Kultur Leuchtende Farben und Schwarz dominieren das querformatige Ölgemälde. Es zeigt eine Frau in einer Hütte, die einem Mann einen Einlauf verabreicht. Das Paar befindet sich in einem runden Raum unter einem strohgedeckten Dach. Der nackte schwarze Mann stützt sich mit Knien und Ellenbogen auf eine Strohmatte auf dem Boden. Sein sehr kräftiger Körper füllt die untere Bildhälfte nahezu aus. Weiße Farbakzente lassen die Muskeln des Mannes hervortreten. Sein Gesäß ist in die Höhe gereckt. Der Mann hat die Augen geschlossen und lächelt breit. Ihm fehlen die oberen Schneidezähne. Er trägt einen graumelierten Rund-um-den-Mund-Bart. Sein kurzes krauses Haar ist schwarz. Links neben dem Mann steht ein Gaskocher mit Topf auf dem orangefarbenen Fußboden. Rechts neben den Knien des Mannes stehen ein schwarzes zylindrisches Gefäß ohne Deckel, bunte Glas- und Plastikflaschen, Schraubgläser und Henkelbecher. Die Frau kniet hinter dem Mann. Sie hat einen hellbraunen Teint. In ihrer linken Hand hält sie einen hornförmigen Trichter, dessen spitzes Ende vom Gesäß des Mannes verdeckt ist. Mit der rechten neigt sie einen blauen Henkelbecher über die Trichteröffnung. Die Frau hat die Augenbrauen zusammengezogen und lächelt fein. Viele dünne Zöpfe mit roten und gelben Perlen umrahmen ihr breites Gesicht. Sie trägt ein braunes Top mit Leopardenmuster und einen schwarz-bunten Rock. Um ihren Hals liegt ein schwarzes Halsband, an den Handgelenken hat sie breite rot-weiße Perlenarmbänder. Die Darstellung der Frau dominiert die obere Bildhälfte und halbiert sie. Links neben der Frau hängen zwei Leopardenfelle und ein Bord mit gefüllten Schraubgläsern an der Wand. Darunter befindet sich eine hellbraune Anrichte mit Türen und Schubladen. Auf der Arbeitsfläche steht eine blaue Plastikwanne, darin stapeln sich silberglänzende Töpfe und eine Kanne. Neben der Anrichte befindet sich ein schwarzer bauchiger Kessel auf Beinen. Rechts hinter der Frau hängen ein grüner, ein blauer und ein orangefarbener Plastikeimer von der Decke. Darunter stehen ineinandergestapelte Plastikwannen in den gleichen Farben. Auf einem Bord an der Wand befinden sich weitere Schraubgläser. Darunter liegen, auf einem anderen Bord, menschliche Schädel und der eines Vogels. An einer Stelle ist etwas Putz von der Wand gebröckelt. Zwei schwarze bauchige Gefäße sind auf dem Fußboden platziert. In der rechten unteren Ecke des Bildes befindet sich in schwarz der Schriftzug „Themba Siwel ’04“. — — My Culture Bright colours and black dominate this oil painting in landscape format. It shows a woman in a hut administering an enema to a man. The couple is in a round room under a thatched roof. The naked black man is leaning on a straw mat on the floor with his knees and elbows. His very strong body almost fills the lower half of the painting. White colour accents make the man's muscles stand out. His buttocks are stretched upwards. The man has closed his eyes and smiles broadly. He is missing his upper incisors. He wears a greyish round-the-mouth beard. His short frizzy hair is black. To the man’s left is a gas cooker with a pot on the orange floor. To the right of the man's knees are a black cylindrical jar without a lid, coloured glass and plastic bottles, screw-top glasses and handled mugs. The woman kneels behind the man. She has a light brown complexion. In her left hand, she holds a horn-shaped funnel, the pointed end of which is covered by the man's buttocks. With her right, she tilts a blue-handled mug over the opening of the funnel. The woman has her eyebrows drawn together and smiles finely. Many thin braids with red and yellow beads frame her broad face. She wears a brown top with a leopard print and a black and coloured skirt. Around her neck is a black choker, on her wrists she has wide red and white beaded bracelets. The depiction of the woman dominates the upper half of the painting, bisecting it. To the left of the woman, two leopard skins and a shelf with filled screw-top jars hang on the wall. Below them is a light brown sideboard with doors and drawers. On the countertop is a blue plastic tub, with shiny silver pots and a jug stacked inside. Next to the sideboard is a black bulbous kettle on legs. To the right behind the woman, a green, a blue and an orange plastic bucket hang from the ceiling. Below them are plastic tubs stacked one inside the other in the same colours. On a shelf against the wall are more screw-top jars. Below them, on another shelf, lie human skulls and that of a bird. In one place, some plaster has crumbled from the wall. Two black bulbous vessels are placed on the floor. In the lower right corner of the painting, the words "Themba Siwel '04" are written in black.
——Das 3D-Modell des Verdauungssystems nach Aristoteles Das detailreiche 3D-Modell in Pastellfarben zwischen cremeweiß und hellrosa ist vor einem schwarzen Hintergrund positioniert. Licht scheint von rechts oben darauf zu fallen. Das 3D-Modell bildet einen unterschiedlich dicken Schlauch ab, der zu einem Knäuel verschlungen ist. Oben an diesem Knäuel befindet sich ein cremeweißes beutelartiges Gebilde mit einer glatten Oberfläche. Es ist der Magen. Aus ihm ragt ein Stück Speiseröhre empor. Es ist als dünner Schlauch gestaltet. Ein etwas dickerer cremefarbener Schlauch bildet am unteren Ende des Magens in engen Windungen und Krümmungen das Knäuel. Dies repräsentiert den Dünndarm, der in einen hellrosafarbenen Sack mündet. Der Sack erscheint wie in ein weitmaschiges Netz gepresst und geht in einen dickeren Schlauch über, der die gleiche Farbe und die gleiche netzartige Struktur an der Oberfläche besitzt. Dieser Schlauch stellt den Dickdarm dar. Er verläuft in rechten Winkeln, wie ein Rahmen, um das Dünndarmknäuel. Sein Ende weist senkrecht nach unten und verjüngt sich. Auf der 3D-Abbildung des Modells befindet sich das Zeichen für einen Play—Button. Damit kann eine kurze Animation aktiviert werden, die das Modell einmal um eine gedachte Längsachse rotieren lässt.——The 3D Model of the Digestive System According to Aristotle The detailed 3D model in pastel colours between creamy white and light pink is positioned in front of a black background. Light appears to fall on it from the upper right. The 3D model depicts a tube of varying thicknesses that is twisted into a ball. At the top of this ball is a creamy white pouch-like structure with a smooth surface. This represents the stomach. A piece of the oesophagus protrudes from it and is shaped like a thin tube. A slightly thicker cream-coloured tube forms the tangle at the lower end of the stomach in tight turns and bends. This represents the small intestine, which opens into a light pink sack. The sack appears as if pressed into a wide-meshed net and merges into a thicker tube that is the same colour and has the same net-like structure on the surface. This tube represents the large intestine. It runs at right angles, like a frame, around the small intestinal bundle. Its end points vertically downwards and tapers. On the image of the 3D model, there is a sign for a play button. This can be used to activate a short animation that rotates the 3D model once around an imaginary longitudinal axis.
Anatomische Malerei aus Indien Die farbig gestaltete Seite aus einem Manuskript ist über und über mit Schriftzeichen in Sanskrit und Gujarati bedeckt. Die Schriftzeichen umfließen die Zeichnung eines Menschen. Innerhalb seines Körpers treten dünne rote Linien hervor. Die Darstellung des Menschen steht im Zentrum des Blattes. Seine Umrisse sind in dünnen schwarzen Linien ausgeführt. Der Oberkörper ist aufgerichtet. Die Füße sind etwas mehr als hüftbreit auseinandergestellt und die Knie im 90°-Winkel gebeugt. Die Hände sind auf den Oberschenkeln abgestützt. Die Ellenbogen weisen nach außen. Im runden Gesicht treten die Augenbrauen als kräftige schwarze Bögen hervor. Zwischen ihnen ist in Rot eine Blüte gezeichnet. Sie steht für ein Chakra. Schriftzeichen führen von dort über den Nasenrücken bis zur Nasenspitze. Diese weist wie ein Pfeil auf den kleinen Mund. Von den mandelförmigen Augen mit den schwarzen Pupillen ziehen sich mehrere rote Linien zu den Wangen, wo sie sich mit anderen roten Linien vereinigen. Anstelle von Haaren verlaufen Schriftzeichen in zwei Reihen über den Kopf. Schwächer und stärker geschriebene Schriftzeichen erscheinen auch an anderen Stellen des Körpers, beispielsweise im Schulterbereich, um die Verdauungsorgane herum und an den Füßen. Sie markieren unter anderem das System der sechs Chakren. Kinnabwärts führt die Speiseröhre in den als ein vertikales Oval dargestellten Magen. Magen und Speiseröhre sind in Ockergelb gezeichnet. Der mit einer dicken grauen Linie umrandete Darm schlingt sich zum After. Über den gesamten Körper verlaufen dünne rote Linien, die sich verzweigen und verästeln. Unterhalb der Zeichnung des menschlichen Körpers sind mehrere mythische Tiere in einem Kreis dargestellt, zum Beispiel eine Schildkröte und eine Schlange. Diese Handschrift aus Westindien lässt sich zeitlich nicht endgültig einordnen. Für seine Anfertigung wird die Zeit zwischen dem 18. Jahrhundert und 1900 vermutet. — — Anatomical Painting from India The colorful page from a manuscript is covered all over with characters in Sanskrit and Gujarati. The characters flow around the drawing of a human being. Within the body, thin red lines emerge. The depiction of the human being is in the centre of the page. The outline is executed in thin black lines. The upper body is erect. The feet are slightly more than hip-width apart and the knees are bent at a 90-degree angle. The hands are supported on the thighs. The elbows point outwards. In the round face, the eyebrows stand out as strong black arches. Between the eyebrows, a flower is drawn in red. It represents a chakra. There are characters that lead from the flower, along the nose bridge, to the tip of the nose, which resemble an arrow pointing toward a small mouth. Several red lines extend from the eyes across the cheeks, where they merge with other red lines. The eyes are almond-shaped with black pupils. Instead of hair, characters run in two rows across the head. Fainter and stronger written characters also appear elsewhere on the body, for example in the shoulder area, around the digestive organs and on the feet. Among other things, they mark the system of the six chakras. Down the chin, the oesophagus leads into the stomach, which is depicted as a vertical oval. The stomach and oesophagus are drawn in ochre yellow. The intestine, outlined with a thick grey line, loops towards the anus. Thin red lines run across the entire body which branch out and spread. Below the drawing of the human body, several mythical animals are depicted in a circle, for example, a turtle and a snake. This manuscript from West India cannot be definitively dated. It is assumed to have been made between the 18th century and 1900.
1597 Nachdruck von Wanbing huichun "Umriss des menschlichen Seitenkörpers" Die Abbildung zeigt eine Druckgrafik aus einem Nachdruck des chinesischen Medizinklassikers aus dem 16. Jahrhundert: „Wan bing hui chun“. Dies bedeutet wörtlich übersetzt: „10.000 Krankheiten, den Frühling zurückholen“, also: „Erfolgreiche Behandlung aller Krankheiten“. Der hochformatige Druck in schwarz-weiß zeigt die Seitenansicht eines männlichen Oberkörpers mit Kopf und ohne Extremitäten. Die Darstellung füllt nahezu den gesamten Bildraum, der von einem Rahmen aus zwei schnurgeraden Strichen eingefasst ist. Am rechten Rand des Blattes verlaufen im oberen Drittel in zwei vertikalen Reihen chinesische Schriftzeichen. Der birnenförmige Umriss von Körper und Kopf ist in einer durchgehenden Linie vom Steißbein über den Kopf bis zum Bauch ausgeführt. Darin sind die Wirbelsäule und die inneren Organe angeordnet. Das Gesicht mit Auge, Nase, Ohr und Mund ist von außen dargestellt. Links verläuft die Wirbelsäule. Sie erinnert an eine grobgliedrige Kette, deren Glieder aus rechteckigen Elementen bestehen, die durch eine schmale Röhre verbunden sind. Diese Röhre mündet oben in das Gehirn. Ihr unteres Ende bildet das Steißbein, was durch vier kleine Kreise zu ihren beiden Seiten kenntlich gemacht ist. Im Hals führt eine kurze Röhre zu schuppenförmig angeordneten nach unten gerichteten blattähnlichen Formen, die die Lunge darstellen. Zwischen dieser Röhre und der Wirbelsäule führt eine dritte Röhre zu den weiteren Organen, die wie kleine Säcke erscheinen. Jedes Organ ist mit Schriftzeichen versehen. Meist ist die Beschriftung innerhalb des Umrisses angebracht, an anderen Stellen, wie zum Beispiel der Wirbelsäule auch außerhalb. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert führten Jesuiten Bücher über chninesische Medizin in Europa ein. Die hier beschriebene Abbildung aus „Wan bing hui chun“ ist ein Beispiel dafür. — — 1597 Reprint of Wanbing Huichun “Outline of the Human Side Body” The photo shows a print graphic of a reprint of the 16th-century Chinese medical classic: “Wan bing hui chun.” This literally translates to “10,000 diseases, bring back spring”, in other words: “successful treatment of all diseases.” The portrait format print in black and white shows a side view of a male torso with a head but no extremities. The depiction of the male figure fills almost the entire space of the photo, which is framed by two dead-straight lines. On the right edge and upper third of the page, characters run in two vertical rows. The pear-shaped outline of the body and head is executed in a continuous line from the coccyx, over the head, to the abdomen. The spine and the internal organs are arranged within this outline. The depiction of the face with an eye, nose, ear, and mouth is shown from an exterior perspective. The spinal column is on the left. It is reminiscent of a coarse-linked chain whose links consist of rectangular elements connected by a narrow tube. This tube opens into the brain at the top. Its lower end forms the coccyx, which is indicated by four small circles on either side of it. In the neck, a short tube leads to scaly and downward-pointing leaf-like shapes that represent lungs. Between this tube and the spine, a third tube leads to the other organs, which appear like small sacks. Each organ is labelled with characters. The lettering is generally placed within the outline of the body and head. In some other places, such as the spine, it is placed outside of the outline. In the second half of the 17th century, Jesuits introduced books on Chinese medicine to Europe. The illustration from "Wan bing hui chun" described here is an example.

Exploring the Inside of the Body
through Time and Space

This is a comparative exhibition about the human body, and in particular about one body part, the ‘guts’. For these purposes, ‘guts’ refers to everything found inside the lower torso, the organs and parts traditionally linked to nutrition and digestion, but also endowed with emotional, ethical, and metaphysical significance, depending on the representation and narrative.

By offering access to culturally, socially, historically, and sensorially different experiential contexts, Comparative Guts allows the visitor a glimpse into the variety and richness of embodied self-definition, human imagination about our (as well as animal) bodies’ physiology and functioning, our embodied exchange with the external world, and the religious significance of the way we are ‘made’ as living creatures. This dive into difference is simultaneously an enlightening illustration of what is common and shared among living beings.

The ‘guts’ are treated here in as neutral and universal a fashion as possible: not necessarily as functional parts of an organism or as a medical item, but as realities experienced in various ways. The most basic distinction is the sensed, volumetric one: solids for the fleshy organs (such as those referred to in English as the liver and the stomach), coils for the intestines and other parts endowed with complexity, folds, and fluidity, and wholes for the guts understood as part of a coherent whole, be it continuous or assembled.