Comparative Guts

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Comparative
Guts

Kotsanas‘ hölzerne Reproduktion des Stomachion, eine moderne Reproduktion von Archimedes‘ Stomachion — Das Spiel besteht aus einer quadratischen Platte aus hellem Holz und 14 Holzteilen. Dabei handelt es sich um geometrische Formen, meist Dreiecke. Die flachen Holzteile sind auf der Platte so aneinandergelegt, dass sie ein Quadrat bilden. Je sieben Formen sind wie bei einem Puzzle so zusammengefügt, dass sie zwei waagrechte Rechtecke ergeben. Gleichzeitig ergeben jeweils sieben Formen zwei gleichschenklige Dreiecke, deren lange Seiten eine Diagonale von links unten nach rechts oben in dem Quadrat bilden. Die 14 Holzteile umfassen 11 Dreiecke, 2 Vierecke und ein Fünfeck. Die Dreiecke haben verschiedene Formen, bis auf zwei, die gleich in Form und Fläche sind. Die Vierecke und das Fünfeck haben unterschiedlich lange Seiten. Ein Viereck erinnert an die Form eines Papierdrachens, das Fünfeck an die Giebelseite eines Hauses. Alle Teile bestehen aus gemasertem hellem Holz. Gelegentlich reicht die Maserung in angrenzende Bereiche der geometrischen Formen hinein. —— Kotsanas' wooden reproduction of the Stomachion, a modern reproduction of Archimedes' Stomachion — The game consists of a square board made of light-coloured wood and 14 wooden pieces. These pieces are geometric shapes, mostly triangles. The flat wooden pieces are placed together on the board so that they form a square. Seven shapes are placed together, like in a puzzle, so that they form two horizontal rectangles. At the same time, seven shapes each make two isosceles triangles. The long sides of these triangles form a diagonal line from the bottom left to the top right of the square. The 14 wooden pieces comprise of 11 triangles, 2 squares and a pentagon. The triangles have different shapes, except for two that are the same in shape and area. The quadrilaterals and the pentagon have sides of different lengths. One square is reminiscent of the shape of a paper kite. The pentagon is reminiscent of the gable end of a house. All parts are made of light-coloured wood with a grained texture. Occasionally, the grain extends into adjacent areas of the geometric shapes.
Tupilak Schnitzereien — Das Foto zeigt ein schlichtes säulenartiges Schnitzobjekt aus Elfenbein auf einem dunklen viereckigen Sockel vor hellgrauem Hintergrund. Das Objekt wirft einen Schatten nach rechts. Dargestellt ist eine aufrecht stehende schlanke Figur mit seitlich am Körper herabhängenden Armen und Händen. Kopf, Rumpf und Beine nehmen jeweils etwa ein Drittel des Tupilaks ein. Der längliche Kopf hat die Form eines aufrechten Quaders. Die seitlich daran befindlichen Ohren haben eine ähnliche Form. Mittig auf dem Kopf ist auf einem niedrigen Sockel ein horizontal aufgestelltes Rechteck platziert. Diese Konstruktion lässt an einen Kopfschmuck denken. Zwei Kugeln bilden die Augen, aus denen glänzende schwarze Pupillen hervorgehen. Direkt unterhalb der Augen sitzt eine schweineartige Nase mit großen Nasenlöchern. Feine nach unten weisende eingekerbte Bögen markieren die Wangen. Die untere Hälfte des Gesichts ist vom aufgerissenen Mund dominiert. Vor der oberen Zahnreihe ragen zwei lange spitze Fangzähne bis zum Unterkiefer. Die auf die Brust herabhängende Zunge verdeckt die untere Zahnreihe. Am ebenfalls quaderförmigen Rumpf treten Brüste und Brustwarzen etwas hervor. Eine kleine Wölbung befindet sich etwa im Bereich des Bauchnabels. Arme und Beine sind wie der Rumpf kantig gestaltet. Die Füße der Figur stehen schulterbreit auseinander. Die Knie sind leicht gebeugt. Als Tupilak werden kleine geheimnisvolle, teils groteske Figuren aus der grönländischen Inuit-Kultur bezeichnet. Der Begriff „Tupilak“ lässt sich mit „Seele oder Geist eines Verstorbenen“ übersetzen. Die Figuren wurden in der Vergangenheit aus Materialien wie Erde, Tang, Tierknochen, Menschenhaar und selbst Teilen von Kinderleichen geschaffen. —— Tupilak Carving — This photograph shows a simple columnar carved ivory object on a dark square base against a light grey background. The object casts a shadow to the right. Depicted is an upright slender figure with arms and hands hanging down the side of the body. The head, torso, and legs each occupy about one-third of the tupilak. The elongated head has the shape of an upright cuboid. The ears on the side have a similar shape. In the middle of the head, a horizontally placed rectangle is placed on a low pedestal. This construction suggests a headdress. Two spheres form the eyes from which shiny black pupils emerge. Directly below the eyes is a pig-like nose with large nostrils. Fine notched arches pointing downwards mark the cheeks. The lower half of the face is dominated by the open mouth. In front of the upper row of teeth, two long pointed canines protrude to the lower jaw. The tongue hanging down on the chest hides the lower row of teeth. The breasts and nipples somewhat protrude from the likewise cuboid torso. A small bulge is located approximately in the area of the navel. The arms and legs are angular like the torso. The feet of the figure are shoulder-width apart. The knees are slightly bent. Tupilak are small mysterious, sometimes grotesque figures from the Greenlandic Inuit culture. The term "tupilak" can be translated as "soul or spirit of a deceased person". The figures were created in the past from materials such as earth, seaweed, animal bones, human hair and even parts of children's corpses.
Die Eingeweideräuberin — Die hochformatige Schwarz-Weiß-Zeichnung stellt zwei Frauen dar. Beide sind nahezu unbekleidet und tragen Fellstiefel, die bis über die Knie reichen. Ihre Haare, die Stiefel und die wenige Kleidung heben sich in Schwarz vom hellen Hintergrund ab. In der Mitte der Zeichnung ist eine weibliche Figur in dunklen Grautönen gezeichnet. Sie füllt die Bildfläche fast gänzlich aus. Ihr Oberkörper ist aufrecht und zeight einen voluminösen Bauch und kräftige Schultern. Ihr rechter Arm liegt angewinkelt über ihren entblößten Hängebrüsten. Mit der Hand umfasst sie das Heft eines Dolchs, dessen Klinge schräg nach oben gerichtet ist. Über ihrer linken Armbeuge liegt ein flaches ovales Gefäß mit kurzem Griff; den umschließt sie mit ihrer linken Hand. Sie hat ein rundes Gesicht mit breiten Wangenknochen und einer breiten Nase, ihre Augen treten sehr dunkel hervor. Ein diabolisches Grinsen gibt den Blick auf ihre große Zunge frei. Ihr Haar ist hochgebunden und sitzt auf dem Kopf. Um die Hüften trägt die Frau einen Lendenschurz mit Tierkopf, der über ihrer Scham sitzt. Die Schnauze des wolfsähnlichen Tierekopfes hat spitze, nach unten gerichtete Ohren. Die Frauengestalt steht breitbeinig mit gebeugten Knien. An den Füßen trägt sie die Fellstiefel. Vor ihr befindet sich ein weiteres Gefäß mit Stiel, das einer Pfanne ähnelt. In der Mitte zum rechten Rand der Zeichnung hin ist die zweite Frau dargestellt, die auf einer Bank sitzt, leicht nach hinten versetzt. Sie ist von schlanker Statur. Wie die andere Frau trägt sie Fellstiefel und einen Lendenschurz. Ihr rechter Arm hängt zur Seite herab. Gewellte dunkle Haare umrahmen ihr ovales Gesicht mit einem schmalen Mund. Die skizzenhafte Darstellung wird zum Teil von dem flachen ovalen Gefäß in der Armbeuge der anderen Frau verdeckt. Kârale Andreassen war ein grönländischer Maler, Zeichner und Katechet, der bis 1934 lebte. Andreassen war der Sohn eines Schamanen und wuchs mit grönländischen Traditionen und Legenden auf. —— The Entrail Snatcher — This portrait formatted black-and-white drawing depicts two women. Both are almost unclothed and wear fur boots that reach above their knees. Their hair, boots and few clothes stand out in black against a light background. In the centre of the drawing, a female figure is drawn in dark grey tones. She almost completely fills the entire surface of the drawing. Her upper body is upright and features a voluminous belly and strong shoulders. Her right arm is bent over her exposed pendulous breasts. With her hand, she grasps the hilt of a dagger, the blade pointing diagonally upwards. Above the crook of her left arm lies a flat oval vessel with a short handle; she clasps it in her left hand. She has a round face with broad cheekbones and a broad nose, her eyes are very dark. A diabolical grin reveals her large tongue. Her hair is tied up and sits atop her head. Around her hips, she wears a loincloth with an animal's head that lays over her pubic area. The muzzle of this wolf-like animal head has pointed ears that point downwards. The female figure stands wide-legged with bent knees. On her feet, she wears fur boots. In front of her is another vessel with a handle, which resembles a pan. In the centre towards the right edge of the drawing, the second woman is depicted sitting on a bench, slightly shifted backwards. She is of slender build. Similar to the other woman, she is wearing fur boots and a loincloth. Her right arm hangs down to the side. Wavy dark hair frames her oval face with a narrow mouth. The sketchy depiction is partially obscured by the flat oval vessel in the crook of the other woman's arm. Kârale Andreassen was a Greenlandic painter, draughtsman and catechist who lived until 1934. Andreassen was the son of a shaman and grew up with Greenlandic traditions and legends.
Von Lebensadern umgeben, von Energie umgeben Lightpainting im Querformat mit schwarzem Hintergrund. Es schwebt ein sich leicht nach unten rechts neigend, ein rohrartiger, ein klein wenig nach oben gewölbter Gegenstand mit sehr unregelmäßigem, schattierten bläulich-weissem Wellencharakter. Es ist weiträumig von dünnen, kraftvollen roten, willkürlich geschwungenen Linien umgeben. — — Surrounded by Life Veins, Surrounded by Energy The lightpainting photo in landscape format has a black background. A tube-like object, slightly curved upwards, has a very irregular bluish-white wave-like character and floats slightly downwards to the right. It is widely surrounded by thin, powerfully red, and arbitrarily curved lines.
Kopf mit Torso Im Licht verborgen Das Lightpainting Foto im Querformat ist schwarz. In der Mitte des Bildes ist mit Rottönen umfliessend, der Kopf und der Rumpf eines Menschen dargestellt. Die neblig, rot marmoriert gestreift anmutende Umrandung hat helle dünne Linien. Auf der linken Seite zieht sie sich in Hüfthöhe schräg nach unten. — — Head with Torso Hidden in the Light The lightpainting photo in landscape format is black. In the middle of the photo, the head and torso of a human being are depicted and surrounded by red tones. The misty, red-marbled, and stripe-like border has bright thin lines. On the left side, it slopes downwards at waist height.

Exploring the Inside of the Body
through Time and Space

This is a comparative exhibition about the human body, and in particular about one body part, the ‘guts’. For these purposes, ‘guts’ refers to everything found inside the lower torso, the organs and parts traditionally linked to nutrition and digestion, but also endowed with emotional, ethical, and metaphysical significance, depending on the representation and narrative.

By offering access to culturally, socially, historically, and sensorially different experiential contexts, Comparative Guts allows the visitor a glimpse into the variety and richness of embodied self-definition, human imagination about our (as well as animal) bodies’ physiology and functioning, our embodied exchange with the external world, and the religious significance of the way we are ‘made’ as living creatures. This dive into difference is simultaneously an enlightening illustration of what is common and shared among living beings.

The ‘guts’ are treated here in as neutral and universal a fashion as possible: not necessarily as functional parts of an organism or as a medical item, but as realities experienced in various ways. The most basic distinction is the sensed, volumetric one: solids for the fleshy organs (such as those referred to in English as the liver and the stomach), coils for the intestines and other parts endowed with complexity, folds, and fluidity, and wholes for the guts understood as part of a coherent whole, be it continuous or assembled.