Comparative Guts

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Comparative
Guts

Anonym, K. Sharḥ al-Maqāma al-Ṣalāḥiyya fī l-Khayl wa-al-Bayṭāra, über Pferde und Rache Die Darstellung aus dem 13. Jahrhundert präsentiert die Ansicht eines Pferdekörpers mit seinen Eingeweiden, dazu Text in arabischen Schriftzeichen. Kurze Bezeichnungen an einzelnen Körperteilen lassen an deren Benennung denken. Das Bild zeigt die Silhouette des Pferdes zweidimensional, vergleichbar mit der Modellvorlage auf einem Bastelbogen. Die rot ausgemalten Beine mit den braunen Hufen sind links und rechts seitlich vom Körper weggestreckt. Am ebenfalls rot gestalteten Kopf sind links und rechts die spitzen Ohren, Augen und ein Maul mit Nüstern auszumachen. Den Kopf umläuft unter dem Hals hindurch ein goldfarbener Ring, der an einen Heiligenschein erinnert. Der Schweif ragt senkrecht in die untere Bildhälfte. Er ist, wie die übrige Körperfläche, in einem kräftigen Rot gehalten. Auf der Körperfläche sind innere Organe wie Herz, Lunge, Milz und Darm dargestellt. Das Herz befindet sich mittig darauf. Es hat nahezu die Form eines menschlichen Herzens. Zu seinen beiden Seiten erstrecken sich längliche Ovale bis zum Ansatz der Vorderbeine. Links, unterhalb des Herzens, liegt ein kleineres blaues Oval. Weiße Umrisse grenzen die einzelnen inneren Organe voneinander ab. Rund um die Illustration sind auf dem hellen Untergrund goldfarbene runde Scheiben verteilt, deren Ränder von schwarzen Punkten umlaufen werden. Links oben auf dem Hochformat verlaufen acht Textzeilen senkrecht. Das Blatt müsste um 90° gedreht werden, um sie zu lesen. In der rechten oberen Ecke sind zwei in Rot geschriebene waagerecht verlaufende Zeilen platziert. — — Anonymous, K. Sharḥ al-Maqāma al-Ṣalāḥiyya fī l-Khayl wa-al-Bayṭāra, on Horses and Revenge This 13th-century depiction presents a view of a horse's body with its entrails, accompanied by text in Arabic characters. Short descriptions near individual parts of the body suggest their naming. The photo shows a two-dimensional silhouette of a horse, reminiscent of a model template on a handicraft sheet. The red legs with brown hooves are stretched out to the left and right sides of the body. Also painted red are the pointed ears, eyes and muzzle with nostrils which are placed on both sides of the head. A golden ring, reminiscent of a halo, runs around the head and under the neck. The red-painted tail projects vertically into the lower half of the picture. Internal organs such as the heart, lungs, spleen, and intestines are depicted on the body's surface. The heart is in the centre. It has a shape similar to that of a human heart. On both sides, elongated ovals extend to the base of the front legs. On the left, below the heart, is a smaller blue oval. White outlines delineate the individual internal organs. Around the illustration, gold-coloured round discs are distributed on a light-coloured background, their edges encircled by black dots. At the top left of the portrait format, eight lines of text run vertically. The sheet would require a 90-degree turn to read them. In the upper right corner, there are two horizontal lines of text written in red.
Maske von Huwawa Die flache weißlich braune Maske aus gebranntem Ton zeigt ein Gesicht mit großen olivenförmigen Augen. Seine übrigen Flächen wie Wangen und Stirn sind mit dünnen spiralförmigen Wülsten, die in verschiedene Richtungen verlaufen, bedeckt. Die Tontafel misst in Länge und Breite etwa 8 Zentimeter. Ihr Umriß entspricht dem eines Kopfes mit seitlich abstehenden Ohren. Unterhalb des Kinns schließt sie mit einer Horizontalen ab. Die Maske ist auf die Vorderseite der Tafel modelliert. Ihre Augenpartie umrahmen Wülste, die unterhalb der Stirn senkrecht nach unten in das Nasenbein übergehen. Oberhalb des Nasenbeins, mittig zwischen den Augen, tritt eine pyramidenförmige Erhebung hervor. Unterhalb der Augen verläuft eine Wulst quer über den Nasenrücken. Die Wangen werden von senkrecht angebrachten Strukturen bedeckt. Wellenförmig verlaufende Schlingen unterhalb der Nase lassen an gefletschte Zähne denken. Das Kinn bilden wiederum horizontal verlaufende Wülste. Die Ohren erscheinen links und rechts als halbkreisförmige Auswölbungen auf Höhe der Augen. Am oberen Rand der Maske bilden kurze senkrecht liegende Wülste eine Art Ponyfrisur ab. An einigen Stellen, besonders oberhalb der Augen erscheint der Ton reflektierend glatt. Die Wülste, Schlingen und Spiralen stehen für Schafseingeweide, insbesondere Gedärme, die zu Zwecken der Vorhersage untersucht wurden. Entsprechend findet sich auf der Rückseite der Tontafel ein in fünf waagrecht verlaufenden Zeilen eingeritzter Omensatz in Keilschrift, der das vorherzusagende in Worte fasste. — — Mask of Huwawa The photo shows a flat whitish-brown mask made of fired clay in front of a black-coloured background. The mask shows a face with large olive-shaped eyes. Its other surfaces, such as the cheeks and forehead, are covered with thin spiralling ridges running in different directions. The clay tablet measures about 8 centimetres in length and width. Its outline corresponds to that of a head and ears protruding from the sides. It ends with a horizontal line below the chin. The mask is sculpted on the front of the tablet. The eye area is framed by bulges which merge vertically downwards into the nasal bone below the forehead. Above the nose bone and centrally between the eyes, a pyramid-shaped elevation emerges. Below the eyes, a bulge runs across the bridge of the nose. The cheeks are covered by vertically placed structures. Undulating loops below the nose suggest bared teeth. The chin is, again, formed by horizontal ridges. The ears appear on the left and right sides of the mask as semicircular bulges at the same level as the eyes. At the upper edge of the mask, short vertical ridges form a kind of fringe. In some places, especially above the eyes, the clay appears reflectively smooth. The bulges, loops and spirals represent sheep entrails, especially intestines, which were examined for predictive purposes. Accordingly, on the back of the clay tablet, there is an omen sentence carved in five horizontal lines in cuneiform writing, putting into words what was to be predicted.
Xiconhoca, Der Feind Die hochformatige Darstellung ist eine Karikatur. Auf weißem Untergrund steht eine männliche Figur. Über ihr, am oberen Bildrand, befindet sich ein Schriftzug. Graue serifenlose Großbuchstaben bilden dort mittig das Wort „XICONHOCA“. Darunter steht in kleineren, ebenfalls grauen Großbuchstaben „O INIMIGO“. Die männliche Figur steht breitbeinig und hat beide Arme über den Kopf nach oben gereckt. In ihren Fäusten hält sie jeweils vier kleine identische Fähnchen, die in den Schriftzug „XICONHUCA“ ragen. Die Stockseite der Fähnchen bildet ein rotes Dreieck, dem schließen sich nach rechts drei waagerechte Streifen an. Von oben nach unten sind die Streifen grün, schwarz und gelb. Die Figur ist mit kräftigen schwarzen Strichen gezeichnet. Ihre Kleidung ist bunt, Kopf und Gliedmaßen sind nicht koloriert und leuchten weiß wie der Untergrund. Der Mann hat ein rundes Gesicht mit Bartstoppeln und einer viereckigen Nase. Sein Mund ist weit aufgerissen, die Zahnreihen sind sichtbar. Er trägt ein blaues Achselshirt mit der Aufschrift „PIDE“. Die weißen Großbuchstaben befinden sich auf Höhe des Bauchnabels. Auf seiner rechten Brust prangt ein gelber Kreis mit den Buchstaben „G“ und „E“. Schräg über dem Oberkörper liegt eine Schärpe aus den Flaggen mit dem roten Dreieck. Die braune Hose des Mannes endet in Fransen unterhalb des Knies. In beiden Hosentaschen stecken zwei Fähnchen mit dem roten Dreieck. Aus der linken ragen dazu eine Flasche und ein Zweig mit drei Blättern. An den Füßen trägt der Mann braune Sandalen. — — Xiconhoca, The Enemy The portrait format image is a caricature. A male figure stands against a white background. Above him, at the upper edge of the image, is lettering. Grey sans-serif capital letters form the word "XICONHOCA" in the centre. Below it, in smaller but also grey capital letters, is "O INIMIGO". The male figure stands wide-legged with both arms raised above his head. In his fists, he holds four small identical flags, which project into the lettering "XICONHOCA". The stick side of the flags forms a red triangle, which is joined to the right by three horizontal stripes. From top to bottom, the stripes are green, black, and yellow. The figure is drawn with bold black strokes. His clothes are colourful. His head and limbs are not coloured and shine white like the background. The man has a round face with stubble and a square nose. His mouth is wide open, and rows of teeth are visible. He is wearing a blue shirt with the inscription "PIDE". The white capital letters are at the level of his navel. On his right chest is a yellow circle with the letters "G" and "E". Diagonally across his upper body is a sash made of the flags with the red triangle. The man's brown trousers end in fringes below the knee. Two flags with the red triangle are in both trouser pockets. A bottle and a branch with three leaves are sticking out of the left pocket. The man wears brown sandals on his feet.
Schiefermesser mit zwei eingravierten Schweinswalen — Das Foto zeigt einen etwa sichelförmigen flachen Stein vor olivfarbenem Hintergrund. Auf seiner rötlich-braunen Oberfläche sind helle Einkerbungen sichtbar. Der bearbeitete Stein hat eine raue Oberfläche, seine Kanten weisten Kerben und Absplitterungen auf. Griff und Klinge des etwa 15 Zentimeter langen Messers sind nicht eindeutig voneinander zu trennen. Sein linkes Ende bildet ein 90°C-Winkel. Nach unten verläuft der Umriss weiter in einer Halbkreisform, die nach rechts in den Griff übergeht. Die obere Kante des Messers mit der Schneide, verläuft relativ gerade, bis auch sie im Griff endet. Sein Ende ist abgerundet und weist kleine Unebenheiten auf. Die hellen feinen Linien der Einkerbungen bedecken den Teil des Gesteins, der als Klinge fungiert hat. Mit wenigen Kerben sind zwei Wale angedeutet. Ein Walkörper bedeckdie komplette Fläche der Klinge. Sein Umriss entspricht nahezu dem Umriss des Messers. Von links zieht sich ein gerader Strich in die Körpermitte. Von ihm zweigen oben und unten kurze schräge Linien ab, die für Gräten stehen könnten. Der Strich, der für die Speiseröhre stehen mag, endet in einer Rautenform. Der Körper des anderen Wals ist nur teilweise im linken oberen Abschnitt erkennbar. Solche Messer aus Schiefer oder Sandstein wurden zwischen 5.000 und 3.000 vor Christus von norwegischen Jägerfischern verwendet. ——— Slate Knife with Two Engraved Porpoises — The photo shows a flat and roughly crescent-shaped stone in front of an olive-coloured background. Light indentations are visible on its reddish-brown surface. The worked stone has a rough surface, its edges have notches and chippings. The handle and blade of the knife, which is about 15 centimetres long, cannot be clearly distinguished from one another. Its left end forms a 90-degree angle. Towards the bottom, the outline continues in a semicircular shape that merges into the handle on the right. The upper edge of the knife with the cutting edge runs relatively straight until it ends in the handle. Its end is rounded and has small bumps. The light fine lines of the notches cover the part of the rock that has functioned as the blade. Two whales are indicated by a few notches. A whale’s body covers the entire surface of the blade. Its outline almost corresponds to the outline of the knife. A straight line runs from the left to the centre of the body. Short slanting lines branch off from it at the top and bottom, which could represent fish bones. The line, which may represent the oesophagus, ends in a diamond shape. The body of the other whale is only partially visible in the upper left section. Such knives, made of slate or sandstone, were used by Norwegian hunter-fishermen between 5,000 and 3,000 BC.

Exploring the Inside of the Body
through Time and Space

This is a comparative exhibition about the human body, and in particular about one body part, the ‘guts’. For these purposes, ‘guts’ refers to everything found inside the lower torso, the organs and parts traditionally linked to nutrition and digestion, but also endowed with emotional, ethical, and metaphysical significance, depending on the representation and narrative.

By offering access to culturally, socially, historically, and sensorially different experiential contexts, Comparative Guts allows the visitor a glimpse into the variety and richness of embodied self-definition, human imagination about our (as well as animal) bodies’ physiology and functioning, our embodied exchange with the external world, and the religious significance of the way we are ‘made’ as living creatures. This dive into difference is simultaneously an enlightening illustration of what is common and shared among living beings.

The ‘guts’ are treated here in as neutral and universal a fashion as possible: not necessarily as functional parts of an organism or as a medical item, but as realities experienced in various ways. The most basic distinction is the sensed, volumetric one: solids for the fleshy organs (such as those referred to in English as the liver and the stomach), coils for the intestines and other parts endowed with complexity, folds, and fluidity, and wholes for the guts understood as part of a coherent whole, be it continuous or assembled.