Comparative Guts

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Comparative
Guts

Tupilak Schnitzereien — Das Foto zeigt ein schlichtes säulenartiges Schnitzobjekt aus Elfenbein auf einem dunklen viereckigen Sockel vor hellgrauem Hintergrund. Das Objekt wirft einen Schatten nach rechts. Dargestellt ist eine aufrecht stehende schlanke Figur mit seitlich am Körper herabhängenden Armen und Händen. Kopf, Rumpf und Beine nehmen jeweils etwa ein Drittel des Tupilaks ein. Der längliche Kopf hat die Form eines aufrechten Quaders. Die seitlich daran befindlichen Ohren haben eine ähnliche Form. Mittig auf dem Kopf ist auf einem niedrigen Sockel ein horizontal aufgestelltes Rechteck platziert. Diese Konstruktion lässt an einen Kopfschmuck denken. Zwei Kugeln bilden die Augen, aus denen glänzende schwarze Pupillen hervorgehen. Direkt unterhalb der Augen sitzt eine schweineartige Nase mit großen Nasenlöchern. Feine nach unten weisende eingekerbte Bögen markieren die Wangen. Die untere Hälfte des Gesichts ist vom aufgerissenen Mund dominiert. Vor der oberen Zahnreihe ragen zwei lange spitze Fangzähne bis zum Unterkiefer. Die auf die Brust herabhängende Zunge verdeckt die untere Zahnreihe. Am ebenfalls quaderförmigen Rumpf treten Brüste und Brustwarzen etwas hervor. Eine kleine Wölbung befindet sich etwa im Bereich des Bauchnabels. Arme und Beine sind wie der Rumpf kantig gestaltet. Die Füße der Figur stehen schulterbreit auseinander. Die Knie sind leicht gebeugt. Als Tupilak werden kleine geheimnisvolle, teils groteske Figuren aus der grönländischen Inuit-Kultur bezeichnet. Der Begriff „Tupilak“ lässt sich mit „Seele oder Geist eines Verstorbenen“ übersetzen. Die Figuren wurden in der Vergangenheit aus Materialien wie Erde, Tang, Tierknochen, Menschenhaar und selbst Teilen von Kinderleichen geschaffen. —— Tupilak Carving — This photograph shows a simple columnar carved ivory object on a dark square base against a light grey background. The object casts a shadow to the right. Depicted is an upright slender figure with arms and hands hanging down the side of the body. The head, torso, and legs each occupy about one-third of the tupilak. The elongated head has the shape of an upright cuboid. The ears on the side have a similar shape. In the middle of the head, a horizontally placed rectangle is placed on a low pedestal. This construction suggests a headdress. Two spheres form the eyes from which shiny black pupils emerge. Directly below the eyes is a pig-like nose with large nostrils. Fine notched arches pointing downwards mark the cheeks. The lower half of the face is dominated by the open mouth. In front of the upper row of teeth, two long pointed canines protrude to the lower jaw. The tongue hanging down on the chest hides the lower row of teeth. The breasts and nipples somewhat protrude from the likewise cuboid torso. A small bulge is located approximately in the area of the navel. The arms and legs are angular like the torso. The feet of the figure are shoulder-width apart. The knees are slightly bent. Tupilak are small mysterious, sometimes grotesque figures from the Greenlandic Inuit culture. The term "tupilak" can be translated as "soul or spirit of a deceased person". The figures were created in the past from materials such as earth, seaweed, animal bones, human hair and even parts of children's corpses.
Kanopengefäß mit der Darstellung der Gottheit Qebehsenuef Vor grauem Hintergrund ist ein schlankes vasenähnliches Gefäß aus hellem Kalkstein mit Verschluss abgebildet. Auf seiner Vorderseite ist es mit Hieroglyphen in schwarz beschriftet. Das schmale Foto im Hochformat zeigt eine Kanope aus Ägypten. Sie ist im Zeitraum zwischen 818 und 525 vor Christus datiert. Als Kanopen, Kanopenkrüge oder auch Kanopenvasen werden in der Ägyptologie die Gefäße bezeichnet, in denen bei der Mumifizierung die Eingeweide separat vom Leichnam beigesetzt werden. Die auf dem Foto abgebildete Kanope misst 30,5 Zentimeter in der Höhe und hat einen Durchmesser von 12,8 Zentimetern. Das Gefäß verbreitert sich leicht von unten nach oben und bildet dort eine Rundung, ähnlich der Rundungen bei Schultervasen. In seiner Öffnung steckt ein steinener Falkenkopf wie ein Korken. Der Vogelkopf hat eine nahezu rechteckige Form, der kurze gekrümmte Schnabel zwischen den hervortretenden Augen ist schwarz gefasst. Der Falke steht für die Gottheit Qebehsenuef. Er war einer der vier Horus-Söhne und Kanopengötter, die di mumifizierten Eingeweide beschützen. Als seine Eltern galten der Gott Horus der Ältere und die Göttin Isis. Die Hieroglyphen verlaufen in einer senkrechten Linie von der Öffnung bis zum Fuß vorn am Gefäßkörper herab. Unter den Schriftzeichen finden sich einige, die an Zeichnungen von Tieren erinnern, wie ein ägyptischer Geier oder ein Entenküken. Weiteres Zeichen stellen zwei Schilfstängel nebeneinander und einen Türriegel dar. Die Oberfläche der Kanope ist mit schmalen Rillen und Kratzern überzogen, die als Spuren der Bearbeitung oder des Gebrauchs gedeutet werden können. — — Canopic Vessel Depicting the Deity Qebehsenuef A slender vase-like vessel made of light-coloured limestone with a stopper is depicted against a grey-coloured background. On its front, it is inscribed with hieroglyphics in black. The narrow photo in portrait format shows a canope from Egypt. It is dated between 818 and 525 BC. In Egyptology, canopic jars or canopic vases are the vessels in which the entrails are buried separately from the corpse during mummification. The canopic jar shown in the photo measures 30.5 centimetres in height and has a diameter of 12.8 centimetres. The vessel widens slightly from the bottom to the top, where it forms a curve similar to the curves of shoulder vases. A stone falcon's head is stuck in its opening like a cork. The bird's head has an almost rectangular shape, and the short, curved beak between the protruding eyes is set in black. The falcon represents the deity Qebehsenuef. He was one of the four sons of Horus and canopic gods protecting the mummified entrails. His parents were considered to be the god Horus the Elder and the goddess Isis. The hieroglyphs run down the body of the vessel in a vertical line from the opening to the foot at the front. Among the characters are some that resemble drawings of animals, such as an Egyptian vulture or a duckling. Other characters represent two reed stalks side by side and a door latch. The surface of the canopic is covered with narrow grooves and scratches, which can be interpreted as traces of workmanship or use.
Inshoku yōjō kagami "Spiegel der Ernährungsgewohnheiten" — Der detailreiche farbige Druck im Hochformat aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zeigt einen am Boden sitzenden Mann mit einem Tablett vor sich, darauf ein Teller mit einem Fisch, daneben eine Porzellankaraffe. Der gesamte Oberkörper des Mannes ist ausgefüllt mit Darstellungen kleiner menschlicher Figuren, die gemeinsam verschiedene Tätigkeiten verrichten. Die Abbildung des Mannes ist umgeben von Blöcken mit japanischen Schriftzeichen. Der Mann ist rechts auf dem Hochformat positioniert. Er sitzt im Schneidersitz. Seine linke Hand ruht auf dem Oberschenkel, mit der rechten führt er einen Becher zum Mund. Der Mann hat schmale mandelförmige Augen, rote Lippen und eine glatte Stirn. Die langen schwarzen Haare sind am Hinterkopf zu einer Art Knoten gebunden. Er trägt ein Tuch um die Hüften. Die Eingeweide in seinem Oberkörper sind als unterschiedlich große und unterschiedlich gefärbte Flächen dargestellt, die teilweise durch schmale Röhren und Bahnen miteinander verbunden sind. Auf jeder Farbfläche ist eine Tätigkeit abgebildet, die von unterschiedlich gekleideten menschlichen Figuren verrichtet wird. Zum Beispiel tragen Männer auf einer bräunlichen Farbfläche auf Höhe der linken Brust des sitzenden Mannes kleine Eimer auf ihren Rücken zu einem großen Kessel, unter dem ein Feuer lodert. Die bläuliche Farbfläche rechts daneben zeigt wie Männer mit Eimern über eine Leiter auf eine Plattform steigen. Dort kniet ein anderer Mann, der aus einem der Eimer grauen Brei in einen hohen runden Behälter gießt. Am Behälter sind Stangen wie Speichen um eine Achse befestigt. Gebückte Arbeiter scheinen sie gegen den Uhrzeigersinn zu schieben. Am unteren Ende verjüngt sich die bläulich gefärbte Oberfläche zu Formen, die an Blattspitzen erinnern. Darunter befindet sich eine Ebene, auf der Figuren in blauen Kitteln Werkzeuge mit langen Griffen tragen und eine bräunliche Masse zusammenschieben. Auf Höhe des Bauchnabels des sitzenden Mannes ist ein Tor mit zwei Türmen platziert. Links und rechts davon kauern zwei männliche Figuren. Die Türme des Tores reichen ihnen bis zu den Schultern. Eine graue geschwungene Bahn führt von dem Tor über die Ebene bis hinauf zu einer kleinen roten Fläche in der Nähe des Kessels. Um den sitzenden Mann herum sind Schriftzeichenblöcke angeordnet, meist auf der linken Seite des Drucks. Die Schriftzeichen verlaufen in Spalten. Ganz rechts oben in jedem Block umrahmt ein farbig hinterlegtes Oval Zeichen. Von den Ovalen verlaufen gerade rote Linien zu den Farbflächen im Oberkörper des Mannes. Weitere Schriftzeichenspalten befinden sich auf einigen Farbflächen oder zwischen ihnen und den Körperumrissen des Mannes. —— Inshoku yōjō kagami “Mirror of Dietary Regimen” — This richly detailed colour print in portrait format is from the mid-19th century and shows a man sitting on the floor with a tray in front of him, a plate with a fish on it, and a porcelain carafe next to it. The man's entire upper body is filled with depictions of small human figures performing various activities together. The image of the man is surrounded by blocks of Japanese characters. The man is positioned on the right side of the portrait. He is sitting cross-legged. His left hand rests on his thigh, and with his right, he brings a cup to his mouth. The man has narrow almond-shaped eyes, red lips, and a smooth forehead. His long black hair is tied in a kind of knot at the back of his head. He wears a shawl around his hips. The viscera in his upper body are depicted as differently sized and coloured areas, some of which are connected by narrow tubes and webs. Each coloured area depicts an activity performed by differently dressed human figures. For example, on a brownish-coloured area at the level of the seated man's left breast, men carry small buckets on their backs to a large cauldron under which a fire is blazing. The bluish-colour area to the right shows men with buckets climbing a ladder to a platform. Another man kneels there, pouring grey porridge from one of the buckets into a tall round container. Bars are attached to the container like spokes around an axle. Bent workers seem to push them counterclockwise. At its lower end, the bluish-coloured surface tapers off into shapes reminiscent of leaf tips. Below is a plane on which figures in blue smocks carry tools with long handles and push together a brownish mass. A gate with two towers is placed at the level of the seated man's navel. Two male figures crouch to the left and right of it. The towers of the gate reach up to their shoulders. A grey-curved path leads from the gate across the plain up to a small red area near the cauldron. Blocks of Japanese characters are arranged around the seated man, mostly on the left of the print. The characters run in columns. At the very top right of each block, a coloured oval frames some characters. Straight red lines run from the ovals to the coloured areas within the man's torso. Further columns of characters are on some of the coloured areas or between them and around the outline of the man's body.
Felszeichnung eines Rentiers mit Eingeweiden Auf dem Foto ist ein rot gezeichnetes Rentier auf grauem Fels abgebildet. Seine inneren Organe sind im hinteren Teil des Körpers angedeutet. Die Zeichnung des Tieres nimmt nahezu den gesamten Bildraum des Querformats ein. Von der länglichen Schnauze bis zur Schwanzspitze misst sie etwa 25 Zentimeter. Das Rentier ist in Seitenansicht dargestellt. Der erhobene nach vorn gereckte Kopf ragt in die linke Bildhälfte hinein. Daran sitzt das mächtige asymetrisch verzweigte Geweih. Es besteht aus zwei Geweihstangen. Eine weist nach vorn, die andere, mit etlichen Verzweigungen, in einem Bogen nach rechts in die Höhe bis fast zum oberen Rand des Fotos. Dem schmalen Kopf schließt sich ein langer kräftiger Hals an. Auch er ist, wie der Kopf, das Hinterteilund der kurze kräftige schwanz, vollständig rot ausgemalt. Im Brustbereich deuten sechs senkrechte rote Striche die Rippen an, durchbrochen vom Grau der dahinter befindlichen Felswand. Rechts daneben verweisen rote Farbflächen mit unregelmäßigen Rändern, verbunden mit waagrechten und senkrechten Linien auf die inneren Organe des Tiers. Der Vorderlauf ist mit einem durchgehenden roten Strich dargestellt, der sich zum Huf hin verjüngt. Der Huf selbst ist durch einen Kreis verdeutlicht. Beim Hinterlauf ist der sich zum Huf verjüngende Strich weitestgehend unterbrochen. Angedeutet ist sein Ansatz am Hinterleib und am Huf. Links oben auf dem Foto verweisen schräg verlaufende dunkle Linien auf Risse im Fels, ebenso an seinem rechten Rand. — — Rock Drawing of a Reindeer with Entrails The photo shows a red reindeer drawn on a grey rock. Its internal organs are indicated in the rear part of its body. The drawing of the reindeer takes up almost the entire space of the photo in horizontal format. It measures about 25 centimetres from the elongated snout to the tip of the tail. The reindeer is shown in a side view. The raised head is stretched forward and protrudes into the left half of the photo. The powerful asymmetrically branched antlers are attached to it. The reindeer has two antlers: one antler points forward; the other antler has several branches and curves upwards to the right and almost to the upper edge of the photo. The narrow head is joined by a long strong neck. Similar to the head, the rump and the short strong tail are completely painted in red. In the chest area, six vertical red lines indicate the ribs, broken by the grey of the rock face behind. To the right, red-coloured areas with irregular edges, connected by horizontal and vertical lines, indicate the reindeer’s internal organs. The foreleg is depicted with a continuous red line tapering towards the hoof. The hoof itself is indicated by a circle. On the hind leg, the line tapering towards the hoof is largely interrupted. Its base is indicated on the abdomen and on the hoof. At the top left of the photo, diagonal dark lines indicate cracks in the rock, likewise at its right edge.

Exploring the Inside of the Body
through Time and Space

This is a comparative exhibition about the human body, and in particular about one body part, the ‘guts’. For these purposes, ‘guts’ refers to everything found inside the lower torso, the organs and parts traditionally linked to nutrition and digestion, but also endowed with emotional, ethical, and metaphysical significance, depending on the representation and narrative.

By offering access to culturally, socially, historically, and sensorially different experiential contexts, Comparative Guts allows the visitor a glimpse into the variety and richness of embodied self-definition, human imagination about our (as well as animal) bodies’ physiology and functioning, our embodied exchange with the external world, and the religious significance of the way we are ‘made’ as living creatures. This dive into difference is simultaneously an enlightening illustration of what is common and shared among living beings.

The ‘guts’ are treated here in as neutral and universal a fashion as possible: not necessarily as functional parts of an organism or as a medical item, but as realities experienced in various ways. The most basic distinction is the sensed, volumetric one: solids for the fleshy organs (such as those referred to in English as the liver and the stomach), coils for the intestines and other parts endowed with complexity, folds, and fluidity, and wholes for the guts understood as part of a coherent whole, be it continuous or assembled.