Comparative Guts

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Comparative
Guts

Verstrickungen mit Torshi Nr. 2 — Das quadratische Gemälde zeigt vier hockende Frauen, die nur mit einem Slip bekleidet sind. Verbunden sind sie durch rosafarbene schlauchartige Gebilde. Das bild ist mit Öl und Torshi auf Leinen gemalt. „Torshi“ wird mit dem Saft von hausgemachten Torshi-Gurken hergestellt, die rosa-mauve Farbe für die Bemalung verwendet wird. Körperform, Hautton und Kleidung sind bei allen Frauenfiguren relativ identisch. Sie haben kräftige Oberschenkel, schmale Taillen, schlanke Arme und kleine Brüste. Die Haut aller Frauen ist hell creme-braun. Die Slips sind blau, weiße Linien bilden ein Rautenmuster darauf. Auch die Gesichter mit den breiten Augenbrauen, geraden Nasen und kleinen Mündern ähneln sich. Sie wirken maskenhaft. Rosa Schlauchgebilde ersetzen die Haare und teilweise die Köpfe. Die vier Frauenfiguren nehmen jede eine identische Fläche auf dem cremefarbenen Untergrund ein. Drei sind in Ecken platziert, die Frau links unten ist ein Stück weit in die Bildmitte gerückt. Sie hat dem Betrachtenden den Rücken zugekehrt, ihre Beine sind gespreizt. In beiden Händen hält sie zwei Stränge des schlauchartigen Gebildes an ihrem Hinterkopf. Die Frauen in der oberen Bildhälfte sind dem Betrachtenden zugewandt, auch ihre Beine sind gespreizt. Die Frau links sieht geradeaus. Sie hält einen Schlauch an ihrem Kopf fest und einen anderen vor sich. Die Frau rechts hält den Blick gesenkt. Die rosa Schlingen auf ihrem Kopf scheinen ihn niederzudrücken. In ihren Händen hält sie einen weiteren Schlauch der in Schlingen und Schlaufen zu dem Kopf der Frau in der rechten unteren Bildecke führt. Hockend hat sie Kopf und Schulter zwischen die Beine geklemmt. Aus ihren Händen läuft der Schlauch zum unteren Bildrand und aus dem Bild. ——Entanglements with Torshi No. 2 — The square painting shows four squatting women dressed only in panties. They are connected by pink tubular formations. The painting is done with oil and torshi on linen. “Torshi” is made with the juice of homemade torshi pickles, wherein the pink-mauve colour is used in the painting. The body shape, skin tone and clothing are relatively identical in all the female figures. They have strong thighs, narrow waists, slender arms and small breasts. All the women have light cream-brown skin. The panties are blue and white lines form a diamond pattern on them. Their faces all similarly have broad eyebrows, straight noses and small mouths. They look mask-like. Pink tube formations replace their hair and, partly, their heads. The four female figures each occupy an identical-sized area on the cream-coloured background. Three are placed in corners, and the woman at the bottom left has moved a little way into the centre of the picture. She has her back turned to the viewer and her legs are spread. In both hands, she holds two strands of the tube-like structure at the back of her head. The women in the upper half of the picture are facing the viewer, their legs are also spread. The woman on the left is looking straight ahead. She is holding one tube against her head and another in front of her. The woman on the right keeps her gaze lowered. The pink loops on her head seem to weigh her down. In her hands, she holds another hose that leads in loops and loops to the head of the woman in the lower right corner of the picture. Squatting, she has her head and shoulder clamped between her legs. From her hands the hose runs to the lower edge of the picture and out of frame.  
Schiefermesser mit zwei eingravierten Schweinswalen — Das Foto zeigt einen etwa sichelförmigen flachen Stein vor olivfarbenem Hintergrund. Auf seiner rötlich-braunen Oberfläche sind helle Einkerbungen sichtbar. Der bearbeitete Stein hat eine raue Oberfläche, seine Kanten weisten Kerben und Absplitterungen auf. Griff und Klinge des etwa 15 Zentimeter langen Messers sind nicht eindeutig voneinander zu trennen. Sein linkes Ende bildet ein 90°C-Winkel. Nach unten verläuft der Umriss weiter in einer Halbkreisform, die nach rechts in den Griff übergeht. Die obere Kante des Messers mit der Schneide, verläuft relativ gerade, bis auch sie im Griff endet. Sein Ende ist abgerundet und weist kleine Unebenheiten auf. Die hellen feinen Linien der Einkerbungen bedecken den Teil des Gesteins, der als Klinge fungiert hat. Mit wenigen Kerben sind zwei Wale angedeutet. Ein Walkörper bedeckdie komplette Fläche der Klinge. Sein Umriss entspricht nahezu dem Umriss des Messers. Von links zieht sich ein gerader Strich in die Körpermitte. Von ihm zweigen oben und unten kurze schräge Linien ab, die für Gräten stehen könnten. Der Strich, der für die Speiseröhre stehen mag, endet in einer Rautenform. Der Körper des anderen Wals ist nur teilweise im linken oberen Abschnitt erkennbar. Solche Messer aus Schiefer oder Sandstein wurden zwischen 5.000 und 3.000 vor Christus von norwegischen Jägerfischern verwendet. ——— Slate Knife with Two Engraved Porpoises — The photo shows a flat and roughly crescent-shaped stone in front of an olive-coloured background. Light indentations are visible on its reddish-brown surface. The worked stone has a rough surface, its edges have notches and chippings. The handle and blade of the knife, which is about 15 centimetres long, cannot be clearly distinguished from one another. Its left end forms a 90-degree angle. Towards the bottom, the outline continues in a semicircular shape that merges into the handle on the right. The upper edge of the knife with the cutting edge runs relatively straight until it ends in the handle. Its end is rounded and has small bumps. The light fine lines of the notches cover the part of the rock that has functioned as the blade. Two whales are indicated by a few notches. A whale’s body covers the entire surface of the blade. Its outline almost corresponds to the outline of the knife. A straight line runs from the left to the centre of the body. Short slanting lines branch off from it at the top and bottom, which could represent fish bones. The line, which may represent the oesophagus, ends in a diamond shape. The body of the other whale is only partially visible in the upper left section. Such knives, made of slate or sandstone, were used by Norwegian hunter-fishermen between 5,000 and 3,000 BC.
Illustration zu De Arte Physicali et de Cirurgia (John Arderne zugeschrieben) Die Buchseite zeigt die farbige Abbildung eines männlichen Körpers in Vorderansicht. Er ist von einem lateinischen Text ergänzt, der die Seite links und rechts vom Körper vollständig füllt. Die Körperdarstellung erstreckt sich über nahezu die gesamte Höhe der Buchseite. Oberhalb des Kopfes und unterhalb der Füße ist jeweils ein schmaler Rand. Kopf und Hals sind im Querschnitt abgebildet und erscheinen doppelt, wie bei einem aufgeklappten Scherenschnitt, dessen Falz am Hinterkopf verläuft. Das obere Drittel beider Kopfdarstellungen nimmt das in Weiß halbkreisförmig abgebildete Gehirn ein. Darunter ziehen sich bis in den Halsbereich netzartig dünne rote Linien. In beiden Hälsen ist eine Halswirbelsäule erkennbar. Beide Wirbelsäulen vereinigen sich auf Schulterhöhe. Sie erinnern an Schläuche. Mit roten Querstrichen ist die Abtrennung der einzelnen Wirbel markiert. Im Kinnbereich setzen mit einem dunkleren Rot, ebenfalls schlauchartig dargestellt, die Speiseröhren an, die v-förmig aufeinander zustreben, um sich nahe des Herzens im geöffneten Torso zu verbinden. Die Arme sind angewinkelt, die Ellenbogen weisen zu den Seiten. Die Hände scheinen unter die Rippen zu greifen, um den Brustkorb offen zu halten. Darin liegt das in Rottönen dargestellte Herz. Es nimmt fast den gesamten Raum oberhalb des Zwerchfells ein. Unterhalb liegen der länglich dargestellte Magen und der in Wellenformen abgebildete Darm. Zwei Schnittkanten verlaufen vertikal von oben bis zu den Genitalien über den Torso. Sie sind in einem kräftigen Rot gehalten. Entlang der Schnittkanten sind immer wieder kurze, im gleichen Rotton ausgeführte Striche sichtbar. Das Rot erinnert an Blut. Die Füße stehen schräg, hüftbreit auseinander. Wie die Arme sind die Beine als weiße Flächen mit dunkler Umrandung abgebildet. Im schwarz geschriebenen Text sind einzelne Worte und Sätze in Rot ausgeführt. Auffällig sind sechs größere Symbole, die unregelmäßig darin auftauchen. Sie sind in Blau gehalten. Eines erinnert an ein auf der Seite liegendes groß geschriebenes H. Der Titel der Handschrift aus dem 15. Jahrhundert ließe sich frei mit „Die Kunst des Körpers und der Chirurgie“ übersetzen. Sie lässt sich auf den englischen Chirurgen John Arderne zurückführen, der im 14. Jahrhundert praktizierte. — — Illustration to De Arte Physicali et de Cirurgia (attributed to John Arderne) The book page shows a coloured illustration of a male body in front view. It is complemented by a Latin text that completely fills the page to the left and right of the body. The depiction of the body extends over almost the entire height of the book page. There is a narrow margin above the head and below the feet. The head and neck are depicted in cross-section and appear double, like an unfolded silhouette whose fold runs along the back of the head. The upper third part of both head depictions is taken up by the brain, which is depicted by a white semi-circular shape. Below it, thin red lines extend into the neck area like a net. A cervical spine is visible in both necks. Both spines join at shoulder level and resemble tubes. The separation of the individual vertebrae is marked with red horizontal lines. In the area near the chins, the oesophagi are also depicted as tubes. They are dark red and move towards each other in a V-shape to join near the heart in the open torso. The arms are bent, and the elbows point to the sides. The hands seem to reach under the ribs to hold the chest open. The heart lies within and is depicted in shades of red. It occupies almost the entire space above the diaphragm. Below the heart is an elongated stomach and the intestines are depicted in wavy forms. Across the torso, a bold red outline runs vertically from the top, near the neck, to the genitals, resembling cut edges. Repetitive short strokes in the same shade of red are visible along the cut edges. The red is reminiscent of blood. The feet are at an angle and hip-width apart. Similar to the arms, the legs are depicted as white areas with a dark border. Within the written black text, individual words and sentences are depicted in red. Most noticeable are six larger symbols that appear irregularly throughout the text. They are blue coloured. One of them is reminiscent of a capital H lying on the page. The title of the 15th-century manuscript could be freely translated as "The Art of the Body and Surgery". It can be traced back to the English surgeon John Arderne, who practised in the 14th century.
Marmorgrabstein eines griechischen Arztes Der graue aufrechtstehende Quader zeigt einen sitzenden Mann, neben dem ein nackter Junge steht. Der Stein ist 80 Zentimeter hoch, an der dicksten Stelle zirka 9 Zentimeter dick und 56 Zentimeter breit. Das Halbrelief ist nach oben durch einen Vorsprung und nach unten durch eine Stufe im Stein abgegrenzt. Das untere Viertel bedecken griechische Buchstaben in waagerecht verlaufenden Zeilen. Die beiden Figuren sind mittig auf der glatten Oberfläche platziert. Der Arzt links sitzt auf einem Hocker mit viereckiger Sitzfläche. Sein Gewand fällt in lockeren Falten bis auf die Knöchel. Sein Gesichtszüge sind nicht deutlich erkennbar. Das Gesicht des Mediziners ist dem Patienten zugewandt. Sein rechter Arm ist ausgestreckt, die Hand liegt auf dem etwas gewölbten Bauch des Jungen. Der steht aufrecht mit herabhängenden Armen. Einige Rippen zeichnen sich ab. Der Blick ist auf den Arzt gerichtet. Im Gesicht des Patienten sind Augen, Nase und Mund deutlich herausgearbeitet. Unter den kurzen Haaren treten die Ohren hervor. Rechts neben dem Jungen steht ein bauchiges Gefäß mit kuppelartigem Deckel. Es reicht ihm bis über das Knie. Es scheint auf einem runden Fuß zu stehen. Ein Henkel verläuft über der Kuppelspitze. Der Grabstein ist dem griechischen Arzt Jason gewidmet, der im 2. Jahrhundert nach Christus praktizierte. — — Marble Tombstone of a Greek Doctor The upright grey tombstone depicts a seated man with a naked boy standing next to him. The stone is 80 centimetres high, about 9 centimetres thick at its thickest point, and 56 centimetres wide. The half-relief is delimited at the top by an edge and at the bottom by a step in the stone. The lower quarter is covered by Greek letters in horizontal lines. The two figures are placed centrally on a smooth surface. The doctor on the left sits on a stool with a square seat. His robe falls in loose folds to his ankles. His facial features are not clearly visible. The doctor's face is turned towards the patient. His right arm is outstretched, his hand rests on the boy's somewhat bulging belly. The boy is standing upright with his arms hanging down. A few ribs are visible. His gaze is directed towards the doctor. In the patient's face, the eyes, nose, and mouth are clearly outlined. The ears protrude from under the short hair. To the right of the boy is a bulbous vessel with a dome-like lid. It reaches above the boy's knee. It seems to stand on a round foot. A handle runs over the top of the dome. The tombstone is dedicated to the Greek physician Jason, who practised in the 2nd century AD.

Exploring the Inside of the Body
through Time and Space

This is a comparative exhibition about the human body, and in particular about one body part, the ‘guts’. For these purposes, ‘guts’ refers to everything found inside the lower torso, the organs and parts traditionally linked to nutrition and digestion, but also endowed with emotional, ethical, and metaphysical significance, depending on the representation and narrative.

By offering access to culturally, socially, historically, and sensorially different experiential contexts, Comparative Guts allows the visitor a glimpse into the variety and richness of embodied self-definition, human imagination about our (as well as animal) bodies’ physiology and functioning, our embodied exchange with the external world, and the religious significance of the way we are ‘made’ as living creatures. This dive into difference is simultaneously an enlightening illustration of what is common and shared among living beings.

The ‘guts’ are treated here in as neutral and universal a fashion as possible: not necessarily as functional parts of an organism or as a medical item, but as realities experienced in various ways. The most basic distinction is the sensed, volumetric one: solids for the fleshy organs (such as those referred to in English as the liver and the stomach), coils for the intestines and other parts endowed with complexity, folds, and fluidity, and wholes for the guts understood as part of a coherent whole, be it continuous or assembled.