Comparative Guts

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Comparative
Guts

Das Werk des Aristoteles/ Von der Beobachtung zum Text Die Montage im Hochformat zeigt einen Haken aus Metall, eine szenische Darstellung einer Tieropferhandlung und den Teil eines Manuskripts. Im Vordergrund befindet sich der Haken. Er hat einen flachen eckigen Schaft, der sich zur Spitze hin verjüngt. An seinem vorderen Ende ist das Metall in einem rechten Winkel nach oben gebogen. Etwa ab der Krümmung wird der Schaft rund. Die raue Oberfläche weist eine grüngraue und braune Färbung auf. Die Spitze des Hakens ragt von unten in die Darstellung der Opferhandlung. In der Szene kniet ein muskulöser junger Mann mit nacktem Oberkörper hinter einem auf dem Rücken liegenden Rind. Mit einem Haken hat er Eingeweide aus dem Tierkörper gezogen. Sie sind als beutelförmige Gebilde auf der Bauchdecke des Tieres liegend dargestellt. Hinter dem Mann stehen sieben weitere Männer. Alle haben kurz gelockte Haare, einige Bart. Einer mit nacktem Oberkörper trägt eine Axt über seiner Schulter und eine Kanne in der Hand. Neben ihm hält einer in langem fließendem Gewand einen Stock. Der junge Mann und das Rind sind in hellen Grautönen dargestellt, die Männer hinter ihm in dunklem Grau. Im oberen Drittel der Montage, über den Köpfen der Männer, befindet sich der Teil aus dem Manuskript. Unter einer Überschrift in roten griechischen Großbuchstaben folgen Zeilen in schwarzen Kleinbuchstaben. Die Abstände zwischen den Wörtern und Zeilen sind sehr gering. Nach unten und rechts außen verblasst der Text. Am linken Rand neben dem Fließtext und der Überschrift ist ein Ornament in Rot angebracht, das an eine Initiale erinnert. Dieses Objekt steht in engem Zusammenhang mit dem 3D-Modell des Verdauungssystems nach Aristoteles. — — The Work of Aristotle/ From Observation to Text The montage in portrait format shows a metal hook, a scenic representation of an animal sacrifice, and part of a manuscript. The hook is in the foreground. It has a flat angular shaft that tapers towards the tip. At its front end, the metal is bent upwards at a right angle. At about the bend, the shaft becomes round. The rough surface has a green-grey and brown colouring. The tip of the hook protrudes from below in the depiction of the sacrificial act. In the scene, a muscular young man with a naked torso kneels behind a cow lying on its back. He has pulled the intestines out of the animal's body with a hook. They are depicted as pouch-like formations lying on the animal's abdominal wall. Seven other men are standing behind the young man. All have short curly hair, some are bearded. One with a bare torso carries an axe over his shoulder and a jug in his hand. Next to him, a man in long flowing robes holds a stick. The young man and the cow are depicted in light shades of grey, the men behind them in dark grey. In the upper third of the montage, above the heads of the men, is the part from the manuscript. Under a heading in red Greek capitals follow lines in black lowercase. The spacing between the words and lines is very small. The text fades towards the bottom and the far right. On the left margin next to the continuous text and the heading, is an ornament in red, reminiscent of an initial. This object is closely related to the 3D model of “Aristotle's Digestive System.”
Die Leitbahn von der Hand zum Herzen Die aufgeschlagenen Seiten des Buches aus dem 17. Jahrhundert zeigen neben einer Vielzahl gruppierter und einzelner chinesischer Schriftzeichen zwei Abbildungen. Text, Beschriftung und Darstellungen sind in Schwarz-weiß gehalten. Eine kräftigere Linie grenzt den Inhalt von den Seitenrändern ab. Links auf der Doppelseite bilden die vertikal verlaufenden Schriftzeichen ein Textfeld, das bis zur Hälfte des Blattes reicht. Je drei Zeilen führen am linken und rechten Rand weiter bis in die untere Hälfte hinab. Dazwischen befindet sich der obere Teil einer Herzzeichnung. Ihr unterer Teil füllt den Rest der Seite. Das Herz liegt im Zentrum der Skizze. Ein Schriftzeichen, größer als die übrigen, prangt in seiner Mitte. Vom Herzen gehen vier Verbindungen ab, die wie Schläuche dargestellt sind. Ein breiter Schlauch führt senkrecht nach oben zwischen die Textzeilen. Seine obere Hälfte ist mit Querstrichen versehen. Eine Beschriftung aus fünf untereinander stehenden Zeichen ist links daneben erkennbar. Die drei anderen Schläuche führen bogenförmig nach unten. Jedes Ende ist mit zwei Schriftzeichen versehen. Die rechte Doppelseite zeigt die Umrisse einer männlichen Figur in einem Umhang, der bis über die Knöchel reicht. Die Falten des Stoffes erscheinen als dünne leicht gewellte Linien. Der Mann hat ein breites Gesicht, gelockte Haare und einen Vollbart. Der rechte Arm ist im 45°-Winkel ausgestreckt, die Handfläche weist nach vorn. Mit der linken Hand greift er sich an den rechten Oberarm. Von der Achselhöhle bis zum kleinen Finger verläuft die Herzleitbahn. Sie erscheint als dünne, etwas geschwungene Linie. Darauf verweisen neun kleine Ringe auf Akkupunkturpunkte. Diese sind hier mit je zwei Schriftzeichen markiert. Am rechten oberen Rand verlaufen Schriftzeichen vertikal bis zur Mitte des Blattes. Zhang Jiebin, gestorben 1640, war Arzt und Schriftsteller. Die Holzschnittausgabe, aus der diese Seiten stammen, wird in der Harvard Yenching Library der Harvard University in den USA aufbewahrt. — — The Guiding Path from the Hand to the Heart The open pages of a 17th century book show two illustrations in addition to a multitude of grouped and individual Chinese characters. The text, inscription, and illustrations are in black and white. A bold line delimits the content from the page margins. On the left of the double-page spread, the vertically running characters form a text field that extends halfway down the page. Three lines each continue down the left and right margins to the lower half. Between them is the upper part of a heart drawing. Its lower part fills the rest of the page. The heart is in the centre of the sketch. A character, larger than the rest, is emblazoned in its centre. Four connections branch off from the heart, depicted like tubes. A wide tube leads vertically upwards between the lines of text. Its upper half is marked with horizontal lines. An inscription consisting of five characters one below the other is visible to the left. The other three tubes lead downwards in an arc. Each end is marked with two characters. The right double page shows the outline of a male figure in a cloak that reaches above the ankles. The folds of the fabric appear as thin slightly wavy lines. The man has a broad face, curly hair, and a full beard. His right arm is stretched out at a 45-degree angle, the palm facing forward. With his left hand, he grasps his right upper arm. The cardiac conduction pathway runs from the armpit to the little finger. It appears as a thin, somewhat curved line. On it, nine small rings refer to acupuncture points. These are marked here with two characters each. On the upper right margin, characters run vertically to the centre of the sheet. Zhang Jiebin, who died in 1640, was a physician and writer. The woodblock edition from which these pages are taken is preserved in the Harvard Yenching Library at Harvard University in the USA.
Die Milz vergleichende Eingeweide Zu sehen ist eine Schwarz-weiß-Zeichnung im Hochformat, darauf ein als Trigramm bezeichnetes Symbol, chinesische Schriftzeichen, ein großer Vogel und eine üppig gewandete Frauengestalt. Die Zeichnung erschien Mitte des 15. Jahrhunderts in einer klassischen koreanischen Rezeptsammlung. Im Zentrum der Darstellung befindet sich die Abbildung eines länglichen halbkreisförmigen Gegenstandes, der an eine mit der Öffnung nach unten weisende flache Schale erinnert. Ihre Fläche ist mit vier teilweise unterbrochenen horizontalen Linien ausgefüllt. Sie scheint wie ein Dach über dem Vogel und der Frau zu schweben, die in der unteren Bildhälfte dargestellt sind. Ihre Körper sind einander zugewandt, ihre Blicke sind nach vorn, zur Betrachter*in, gerichtet. Der Vogel links ist ebenso groß wie die Frau. Sein hoch aufgerichtetes Schwanzgefieder lässt an einen Phönix denken. Sein Kopf ist mit einer Federhaube geschmückt, ähnlich wie beim Kakadu. Seitlich am Kopf sitzen die Augen, der längliche Schnabel steht halb offen. Den langen gebogenen Hals zieren an seiner Rückseite feine abstehende Federn. Die Flügel sind leicht vom kräftigen Körper abgespreizt. Flaumige Federn scheinen die vorgereckte Brust zu bedecken. Das Tier steht auf relativ kurzen Beinen, die Füße bilden vier lange auseinandergespreizte Zehen. Die Frauengestalt trägt ein langes Untergewandt, das ihre Füße bedeckt. Darüber ein wadenlanges voluminöses Überkleid. Unter der Brust ist es mit einem Band zusammengehalten. Das Überkleid schmücken an den Seiten spitz zulaufende aneinandergereihte Elemente, die an Federn oder Blätter erinnern. Auf dem Kopf trägt die Frau ein Diadem, von dem aus kurze Linien, manche in einem Kreis endend, wie Strahlen ausgehen. Die schwarzen Haare sind in der Mitte gescheitelt und nach hinten gelegt. Sie hat ein rundes Gesicht mit mandelförmigen Augen und einen kleinen Mund. Mittig im oberen Drittel des Bildes befinden sich links und rechts der chinesischen Schriftzeichen mit dem Trigramm senkrecht stehende geschwungene Formen mit Schweif. — — The Spleen Comparative Viscera The photo shows a black-and-white drawing in portrait format. A symbol known as a trigram, Chinese characters, a large bird and a lavishly robed female figure are depicted. The drawing appeared in a classical Korean recipe collection in the mid-15th century. In the center of the depiction is the image of an elongated semi-circular object, reminiscent of a shallow bowl with the opening pointing downwards. Its surface is filled with four partially interrupted horizontal lines. It appears to hover like a roof over the bird and the woman depicted in the lower half of the photo. Their bodies are facing each other, their gazes are directed forward, towards the viewer. The bird on the left is as large as the woman. Its high tail plumage is reminiscent of a phoenix. Its head is adorned with a cap of feathers, similar to that of a cockatoo. The eyes are on the side of the head, the elongated beak is half open. The long, curved neck is adorned with fine, protruding feathers at the back. The wings are slightly spread from the strong body. Downy feathers seem to cover the protruding breast. The animal stands on relatively short legs, the feet form four long spread toes. The female figure wears a long undergarment that covers her feet. Over this is a calf-length voluminous overdress. It is held together under the breast with a ribbon. The sides of the overdress are decorated with tapered elements reminiscent of feathers or leaves. On her head, the woman wears a tiara from which short lines, some ending in a circle, emanate like rays. The black hair is parted in the middle and laid back. She has a round face with almond-shaped eyes and a small mouth. The Chinese characters with the trigram are in the centre and upper third of the photo. On either side of this, to the left and right, vertical curved shapes with tails are depicted.
Illustration zu De Arte Physicali et de Cirurgia (John Arderne zugeschrieben) Die Buchseite zeigt die farbige Abbildung eines männlichen Körpers in Vorderansicht. Er ist von einem lateinischen Text ergänzt, der die Seite links und rechts vom Körper vollständig füllt. Die Körperdarstellung erstreckt sich über nahezu die gesamte Höhe der Buchseite. Oberhalb des Kopfes und unterhalb der Füße ist jeweils ein schmaler Rand. Kopf und Hals sind im Querschnitt abgebildet und erscheinen doppelt, wie bei einem aufgeklappten Scherenschnitt, dessen Falz am Hinterkopf verläuft. Das obere Drittel beider Kopfdarstellungen nimmt das in Weiß halbkreisförmig abgebildete Gehirn ein. Darunter ziehen sich bis in den Halsbereich netzartig dünne rote Linien. In beiden Hälsen ist eine Halswirbelsäule erkennbar. Beide Wirbelsäulen vereinigen sich auf Schulterhöhe. Sie erinnern an Schläuche. Mit roten Querstrichen ist die Abtrennung der einzelnen Wirbel markiert. Im Kinnbereich setzen mit einem dunkleren Rot, ebenfalls schlauchartig dargestellt, die Speiseröhren an, die v-förmig aufeinander zustreben, um sich nahe des Herzens im geöffneten Torso zu verbinden. Die Arme sind angewinkelt, die Ellenbogen weisen zu den Seiten. Die Hände scheinen unter die Rippen zu greifen, um den Brustkorb offen zu halten. Darin liegt das in Rottönen dargestellte Herz. Es nimmt fast den gesamten Raum oberhalb des Zwerchfells ein. Unterhalb liegen der länglich dargestellte Magen und der in Wellenformen abgebildete Darm. Zwei Schnittkanten verlaufen vertikal von oben bis zu den Genitalien über den Torso. Sie sind in einem kräftigen Rot gehalten. Entlang der Schnittkanten sind immer wieder kurze, im gleichen Rotton ausgeführte Striche sichtbar. Das Rot erinnert an Blut. Die Füße stehen schräg, hüftbreit auseinander. Wie die Arme sind die Beine als weiße Flächen mit dunkler Umrandung abgebildet. Im schwarz geschriebenen Text sind einzelne Worte und Sätze in Rot ausgeführt. Auffällig sind sechs größere Symbole, die unregelmäßig darin auftauchen. Sie sind in Blau gehalten. Eines erinnert an ein auf der Seite liegendes groß geschriebenes H. Der Titel der Handschrift aus dem 15. Jahrhundert ließe sich frei mit „Die Kunst des Körpers und der Chirurgie“ übersetzen. Sie lässt sich auf den englischen Chirurgen John Arderne zurückführen, der im 14. Jahrhundert praktizierte. — — Illustration to De Arte Physicali et de Cirurgia (attributed to John Arderne) The book page shows a coloured illustration of a male body in front view. It is complemented by a Latin text that completely fills the page to the left and right of the body. The depiction of the body extends over almost the entire height of the book page. There is a narrow margin above the head and below the feet. The head and neck are depicted in cross-section and appear double, like an unfolded silhouette whose fold runs along the back of the head. The upper third part of both head depictions is taken up by the brain, which is depicted by a white semi-circular shape. Below it, thin red lines extend into the neck area like a net. A cervical spine is visible in both necks. Both spines join at shoulder level and resemble tubes. The separation of the individual vertebrae is marked with red horizontal lines. In the area near the chins, the oesophagi are also depicted as tubes. They are dark red and move towards each other in a V-shape to join near the heart in the open torso. The arms are bent, and the elbows point to the sides. The hands seem to reach under the ribs to hold the chest open. The heart lies within and is depicted in shades of red. It occupies almost the entire space above the diaphragm. Below the heart is an elongated stomach and the intestines are depicted in wavy forms. Across the torso, a bold red outline runs vertically from the top, near the neck, to the genitals, resembling cut edges. Repetitive short strokes in the same shade of red are visible along the cut edges. The red is reminiscent of blood. The feet are at an angle and hip-width apart. Similar to the arms, the legs are depicted as white areas with a dark border. Within the written black text, individual words and sentences are depicted in red. Most noticeable are six larger symbols that appear irregularly throughout the text. They are blue coloured. One of them is reminiscent of a capital H lying on the page. The title of the 15th-century manuscript could be freely translated as "The Art of the Body and Surgery". It can be traced back to the English surgeon John Arderne, who practised in the 14th century.

Exploring the Inside of the Body
through Time and Space

This is a comparative exhibition about the human body, and in particular about one body part, the ‘guts’. For these purposes, ‘guts’ refers to everything found inside the lower torso, the organs and parts traditionally linked to nutrition and digestion, but also endowed with emotional, ethical, and metaphysical significance, depending on the representation and narrative.

By offering access to culturally, socially, historically, and sensorially different experiential contexts, Comparative Guts allows the visitor a glimpse into the variety and richness of embodied self-definition, human imagination about our (as well as animal) bodies’ physiology and functioning, our embodied exchange with the external world, and the religious significance of the way we are ‘made’ as living creatures. This dive into difference is simultaneously an enlightening illustration of what is common and shared among living beings.

The ‘guts’ are treated here in as neutral and universal a fashion as possible: not necessarily as functional parts of an organism or as a medical item, but as realities experienced in various ways. The most basic distinction is the sensed, volumetric one: solids for the fleshy organs (such as those referred to in English as the liver and the stomach), coils for the intestines and other parts endowed with complexity, folds, and fluidity, and wholes for the guts understood as part of a coherent whole, be it continuous or assembled.